20.12.2008  _  Kolumne Facebook Kommentare 2

Tschüss Swisscom! Adios!

Die Kolumne aus der SonntagsZeitung vom 21.12.2008

Meine Novemberrechnung beträgt 1302 Franken. Macht nix, dachte ich: Der Bürger ist Meine Novemberrechnung beträgt 1302 Franken. Macht nix, dachte ich: Der Bürger ist ja auch Swisscom-Aktionär. Und als Weltenbummler mit notorisch hohen Kosten kam ich vor Jahren ins Swisscom-Lieblingkunden-Programm (Premium!). Prompt verlor ich in Shanghai das Telefon, und Swisscom organisierte innert Tagen eine neue SIM-Karte. Mit Firmen ist es wie mit Freunden: Was sie taugen, zeigt sich in der Not. Die Hilfe in Shanghai machte Swisscom zum Freund. Hiess es, da zahle man zuviel, entgegnete ich: Dafür ist der Kundendienst auch nicht à la Cablecom. (Stets ein überzeugendes Argument!)

Nun trifft es sich, dass der Liebsten in Vietnam das Handy stibitzt wurde (Siehe: Der Strolch, der aus dem Spiegel kroch). Tagelang hörte ich sie darauf am Telefon schimpfen. Flehen. Zetern. Die Swisscom blieb unbeirrt. Man habe Vorschriften. Ein Kundendienstmensch meinte gar, was ausserhalb der Schweiz passiere, gehe sie nix an. Ich dachte: Wieso macht Swisscom Marketing für Neukunden? Und schert sich einen Deut um die bestehenden? Nach über einem Monat tat eine Freundin in Zürich mittels Fedex das, was Swisscom nicht kann: Eine SIM-Card nach Vietnam spedieren. Inzwischen haben wir beide skype. Da telefoniert man genau so gut, passend zur Krise aber spottbillig. Tschüss Swisscom! November war meine letzte 1000 Franken-Rechnung.

PS: Zeitung heisst immer brutal kürzen. Speziell seit die SoZ-im neuen Layout daherkommt. Nachgetragen sei noch: Der erste Versuch der Swisscom eine SIM express nach Saigon  zu senden, kostete – trotz Erfolglosigkeit – 73 Stutz. Man darf annehmen, dass es beim  zweiten Versuch nicht anders war. Offenbar hat Swisscom eine Regelung, dass nur mit der Post versendet wird. Die aber leider keine Tracking-Nummer nach Vietnam anbietet, sodass die Regelung im Klartext heisst, die SIM wird irgendwo hingesendet. Vielleicht kommt sie sogar irgendwann an, wer weiss das schon, die Wege des Herrn sind verschlungen. Mit Sicherheit aber warten Swisscom Kunden und kriegen ihr Problem nicht gelöst.


Kommentar hinterlassen  //  RSS-Feed mit Kommentaren zu diesem Beitrag

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen