15.10.2015  _  Sprache Facebook Kommentare 4

Sordiniertheit – Stefan Zweig

P1100414„Sordiniertheit war ihm Bedürfnis, und nichts konnte ihn darum dermaßen verstören wie Lärm und im Raum des Gefühls jede Vehemenz“, charakterisiert Stefan Zweig in seiner autobiographischen Schrift „Die Welt von gestern“ im 7. Kapitel Rainer Maria Rilke. Um eine Seite weiter gleich nochmals anzuheben: „Diese Sordiniertheit und gleichzeitige Gesammeltheit seines Wesen wirkte auf jeden bezwingend, der ihm näherkam.“

Nach etwas Gesuche findet sich dann der Ursprung der Metapher: „sordiniert“ stammt aus der Musik. Es verlangt, etwas „mit dem Dämpfer“ (con sordino) zu spielen. Unsereinem will scheinen, dass das Wort schon damals zu unbekannt (oder gar gänzlich neugeschöpft war), als dass man es gleich zweimal verwenden sollte. Wir lassen uns gerne belehren und würden uns über jeden Hinweis zum Thema Sordiniertheit freuen. Insonderheit, da meine alten Wörtebücher z.Z. auf einem anderen Erdteil sind.

 

 

 


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