28.02.2013  _  Kolumne + dendrophil + jeannette meier + objektophil + objektophilie Facebook

Vater ist ein Hosenbein! Von Bunkern, Moderatösen und viel Vertrauen

Eine alte SoZ-Kolumne von 2006, nachgereicht, weil ich der Kolumnistin Linda Solanki von Objektophilie erzählt hatte.

Brav hat man die Pubertät hindurch «Bravos» Doktor Sommer studiert. Immer wieder ist man auf verlogene Illustrierten-Schlagzeilen à la «Was Sie dringend über Sex wissen müssen» reingefallen. Und über die Jahre hat man so viel Paarung-Ratgeberkolumnen gelesen, dass man das Meiste selber beantworten könnte: «Ja, Bruno, deine Freundin braucht jetzt ganz viel Vertrauen!» Gut, im Gegensatz zu uns Laien verklemmt sich die psychologische Fachkraft anzufügen: «Kauf dir doch einen Hund, Bruno! Du Sexualkrüppel! Depperter!» Jedenfalls glaubt man eines Tages: Nichts Sexuelles ist einem fremd.

Weit gefehlt. Selbst schwerstaufgeklärte Zeitgenossen müssen dazulernen. So machten unlängst die Asexuellen von sich reden. Nein nein, nicht Jeanette Meier, die einst als Pornosendung-Moderatöse die Öffentlichkeit penetrierte und dann plötzlich aller Welt erklärte, Fleischlichkeit sei doch pfui. Jedenfalls solange man nicht verheiratet sei. Denn seit sie unter der Haube ist, gilt der Meier Gevögel wieder als höchst gottgefällig. Die Asexuellen dagegen haben keinerlei Gelüste auf gar nichts.

Der allerletzte Schrei aber sind Objektophile, die sich in eine Maschine, einen Baum (Dendrophilie) oder ein Bauwerk (Bolschewismus) verlieben. Jawohl, verlieben, samt Herzklopfen, geweiteten Pupillen und allem Drum und Dran, weshalb sie nicht zu verwechseln sind mit Fetischisten, die für fell gefütterte Gummistiefel oder verschwitze Höschen schwärmen, dabei aber vage, promisk, ja beziehungs gestört bleiben, denn beim Fetischisten kann es irgendein Stiefel bzw. Höschen sein.

In den Selbstverständigungs-Foren der Asexuellen diskutiert man gerade, inwieweit Objektophile zuzulassen seien, weil die schamlosere Variante (objektsexuell) direkt Befriedigung am Objekt beispielshalber am Bundesratsbunker sucht. Wer weiss, was objektsexuelle Hunde mit unschuldigen Hosenbeinen treiben, kann sich ausmalen, was einem wehrlosen Bunker alles widerfahren mag.

Nicht auszudenken, was die Objektophilie an Emanzipationskämpfen nach sich ziehen mag! Darf dem geliebten Bunker im Testament eine neue Lüftung oder teure Tapete zugeeignet werden? Braucht es ein Angehörigen-Einspracherecht ? («Hände weg vom Kongresshaus! Wir sind seit Jahren ein Paar!») Und besonders heikel: die Adoptionsfrage. Wir sehen schon Doktor Sommers Überschrift: «Hilfe, Vater ist Bundesratsbunker!»


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