05.06.2010  _  Kolumne + Fernsehdirektor + Filippo Leutenegger + Superdirektor + Wahl Facebook Kommentare 1

Hopp Service Public!

Die Kolumne aus der SonntagsZeitung vom 5.6.2010

Still sitze ich in der Kneipe, weil mir Fussball so Schnuppe ist, dass ich keine Silbe mitreden kann. Wie gerufen kommen mir da die hochbrenzligen SRG-Wirren. (Ich sage nur: Geheimakte Glas Wein!) Berufeshalber & dank Bekanntschaften kann ich meinen Zechkumpanen in der Sache alles erklären. So schalmeite ich, kaum war Herr von Weck zum Televisionskaiser gesalbt: Hurra! Hopp Service Public! Gelobt sei Gottes Heilspaln, der Helvetien die Kandidaten Rohner und Leutenegger erspart hat. Denn, glaubt man der SonntasZeiutng, was ich – halten zu Ganden! – natürlich tue, so war Rohner kein idealer Kandidat. Und unter Filippo habe ich gedient als der Chefredakteur beim Farbfernsehen war, weshalb ich weiss, warum Gott richtig tat, nicht ihm, sondern de Weck Walpens Porsche Cayenne anzuvertrauen. Wie so mancher schied ich mit Leutnegger verkracht aus dem TV aus. Kurz bevor sich Leutenegger auch noch gründlich mit TV-Drirektor Schellenberg verkrachte und selber gehen musste. (Wobei das „vereinbarte Stillschweigen“ Bände spricht.) Noch heute finden sich viele, die wortreich erklären, warum Leutenegger im TV eine Fehlbesetzung war. Nebst dem chronisch überschiessenden Testosteron-Spiegel, der ihn im Zwischenmenschlichen oft Stolpern lässt, schien er mir ein Paradebeispiel fürs Peter-Prinzip: Man steigt auf, bis man’s nicht mehr kann.

Perfekt war er als Arena-Modereator: Als ambitioniertester Gockel passte er zu all den Gockeln, die‘s zum Bildschrim drängt. Das macht aber noch keinen Chef. Sowohl im TV als auch unter Jean-Frey-Veteranen erzählt man sich wie Leutenegger sich auch ausgiebig um die Renovationen seiner Liegenschaften kümmerte. Er brütete über Plättli-Prospekten und Kloschüssel-Preisen. Derweil die schwergeheimen Jean-Frey-Besitzer das Verlags-Flaggschiff Weltwoche an Medien-Raider Köppel verkauften, der dafür das gesamte Riesenvermögen seines Sparschweinchens auf den Tisch legte. (Soviel war ihm seine journalistische Unabhängigkeit dann schon wert.) Und wieder wurde Leutenegger überflüssig.
Auch als nominaler FDP-Politiker, der sich vor allem für die Anliegen seines Mentors Blocher vedingt, blieb Leutenegger ein ungeliebter Querschläger. Trotz des grossen Charmes, den er an den Tag legt, wenn er etwas von einem oder von einer will.
Da Filippo aber unverdrossen einfach für die nächsttiefere Charge kandidiert, wenn er abgewiesen wird, sollte man ihm den Job geben, den er wirklich kann: Die Arena-Moderation.
Und jetzt könnt ihr wieder Fussball disktuieren.


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