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	<title>Thomas Haemmerli &#187; Verbote; Tankstellenshop; Kilerpsielverbot</title>
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		<title>Geben Sie Ges&#228;ssfreiheit!</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 06:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haemmerli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Verbote; Tankstellenshop; Kilerpsielverbot]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum man sich im autorit&#228;r kommunistischen Vietnam freier f&#252;hlt, als in der demokratischen Verbotsnation Schweiz. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kolumne aus der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch">SonntagsZeitung</a> vom 24.05.2009</p>
<p>Das Ferienressort Nam Hai bei Hoi An ist eine westliche Oase im Chaos Vietnams. </p>
<p><img src="http://thomashaemmerli.ch/wp-content/uploads/2009/05/hoi-an-pool-p1160475-625x348.jpg" alt="hoi-an-pool-p1160475" title="hoi-an-pool-p1160475" width="625" height="348" class="aligncenter size-medium wp-image-169" /></p>
<p>Als mich aber das Golfw&#228;gelchen ins Spa chauffiert, begegnete mir dieser Sicherheitswahn, der auch in der Schweiz tobt, in Form eines Warnschildes: „Rausfallen k&#246;nnte zu ernsthafter Verletzung oder Tod f&#252;hren. Bleiben Sie mit dem ganzen K&#246;rper sitzen und halten Sie sich immer fest.“ </p>
<p><img src="http://thomashaemmerli.ch/wp-content/uploads/2009/05/warning-hoi-an-625x388.jpg" alt="warning-hoi-an" title="warning-hoi-an" width="625" height="388" class="aligncenter size-medium wp-image-168" /></p>
<p>Wohlgemerkt: Wir sprechen hier nicht von einer hochfrisierten H&#246;llenmaschine, kommandiert von einem Irren, der sich seit der Tet-Offensive 1968 „Crazy Skullfuck“ nennt. Wir sprechen von einem Elektrowagen, der von wohlerzogenem Personal mit maximal f&#252;nfzehn Stundenkilometern &#252;ber gepflegte Gartenwege gelenkt wird. Davor war ich nach Vietnam gefl&#252;chtet: Diesem Vollkassko-Spleen, f&#252;r Sicherheit alle Freiheit fahren zu lassen. Und sei es die Freiheit, im Golfw&#228;gelchen fahrl&#228;ssig eine Arschbacke anheben zu d&#252;rfen.</p>
<p>News aus der Schweiz: Z&#252;rich will Warntafeln, weil Kinder mit Velohelm sich auf Kletterger&#252;sten verletzen k&#246;nnten. (Verantwortungsvolle Eltern stecken die Kleinen eh in Zwangsj&#228;ckchen!) Die FDP will die 1. Mai-Kundgebung, der Kanton St. Gallen will Killerspiele verbieten. Klar. Gerade auf heiligem (Sankt!) Galler Hoheitsgebiet ereignen sich pro Woche statistisch am h&#228;ufigsten Amokl&#228;ufe wegen des ungesch&#252;tzten Konsums von Killerspielen („Ego-Shooter-Game-Disease“). Und nicht &#8211; wie gemeinhin angenommen &#8211; aus Frust und Scham wegen des grauslichen Dialektes („Ego-Sankt-Galler-Dialekt“).</p>
<p>Da lobe ich mir St.Saigon. Obzwar das Regime autorit&#228;r ist, scheint mir die pers&#246;nliche Freiheit des B&#252;rgers unerh&#246;rt. In sieben Monaten Saigon hat mich kein einziger Beamter behelligt. Verp&#246;nte Zeitungen und Filme gibt‘s (<a href="http://www.piratebay.org">Pirate Bay</a> sei Dank!) per Internetz. T&#228;glich spriessen auf den Trottoirs improvisierte Restaurants, und wenn ich erkl&#228;re, bei uns br&#228;uchten Kneipen f&#252;r Aussenbestuhlung eine Baubewilligung, nehmen die Viets an, sie h&#228;tten mich nicht recht verstanden. </p>
<div id="attachment_170" class="wp-caption aligncenter" style="width: 635px"><img src="http://thomashaemmerli.ch/wp-content/uploads/2009/05/p1160648kleines-strassenrestaurant-625x477.jpg" alt="Das Mobiliar eines Trottoirrestaurants" title="Kleines Strassenrestaurant" width="625" height="477" class="size-medium wp-image-170" /><p class="wp-caption-text">Das Mobiliar eines Trottoirrestaurants</p></div>
<p>Lange nach Mitternacht hole ich, was ich brauche im 999-Supermarkt und plaudere mit dem Personal, derweil „Wirtschaftsministerin“ Leuthard in Z&#252;rich meinen liebste 24-Stunden-Tankstellenshop verboten hat.<br />
Mag man in Saigon mangels Warnungen und Verboten aus dem Golfwagen fallen, am Helm vom Kletterger&#252;st baumeln oder im anarchischen Verkehr &#252;berfahren werden, das Leben ist trotzdem angenehmer, lustiger und vor allem freier als in der Schweiz.  </p>
<p>Fussnoten:<br />
<strong>Killerspiele:</strong> Obwohl st&#228;ndig behauptet wird, Killerspiele seien an Amokl&#228;ufen schuld, den Beweis bleiben die Mahner schuldig. Opportunistische Politiker kn&#246;pfen sich dann gerne eine Gruppe vor, die weder eine Lobby noch viel Sympathie geniesst. Und die Journaille, die die gr&#246;sste Profiteurin von Amokl&#228;ufern ist, kann sich mit der Geisselung von Killerspieln ein Moralm&#228;ntelchen umh&#228;ngen und von der eigenen Mitverantwortung ablenken. Ein Paradebeispiel war der <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/stille-ueber-winnenden-115033">wohlfeile Kommentar von SonntagsBlick Chefredaktor Hannes Britschgi</a>$ (ein Mann, den ich sonst als grossen Journalisten sch&#228;tze), der keinen Gedanken daran verschwendte, dass der Mediensturm den Echoraum und die Attraktivit&#228;t von Amokl&#228;ufen erh&#246;ht. Was hier schon <a href="http://thomashaemmerli.ch/2009/03/warhols-15-minuten-reformuliert/">vor zwei Monaten bekrittelt wurde: Die Medien garantieren einem durchgedrehten Amokl&#228;ufer weltweiten Ruhm innert Tagen. </a><br />
Verdankenswerterweise haben sich die Kollegen von der NZZ am Sonntag die M&#252;he auf sich genommen, nicht einfach nur etwas daher zu schwadronieren, sondern ein paar Recherchetelefone zu machen. Vorl&#228;ufiges Ergebnis: <a href="http://http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/wie_ein_gigantischer_sportverein_1.2612888.html">Es ist nicht zu beleben, dass Killerspiele zu Gewaltt&#228;tigkeit f&#252;hren.</a><br />
<strong>Tankstellen:</strong> Siehe auch die Kolumne: <a href="http://thomashaemmerli.ch/2009/01/mein-vorsatz-2009-niederbrennen-ausrotten/">Meine Vors&#228;tze 2009: Ausrotten! Niederbrennen!</a></p>
<br /><br /><hr />
<small>Autor: <a href="http://www.messiemother.com" >haemmerli</a> </small>]]></content:encoded>
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