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	<title>Thomas Haemmerli &#187; Schöhneit</title>
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		<title>Pr&#228;natale Sch&#246;nheitschirurgie</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 05:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haemmerli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Darwin]]></category>
		<category><![CDATA[Menninghaus]]></category>
		<category><![CDATA[pränatale Schönheistchirurgie]]></category>
		<category><![CDATA[Schöhneit]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem Darwinjubil&#228;um wissen wir: Das „survival of the fittest“ ist flankiert vom „survial of the prettiest“, dem &#220;berleben der H&#252;bschesten. Genauso ist es auch beim Menschen; deshalb m&#252;ssen Erscheinungen wie Nella Martinetti oder ich kinderlos bleiben und dann aussterben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem Darwinjubil&#228;um wissen wir: Das „survival of the fittest“ ist flankiert vom „survial of the prettiest“, dem &#220;berleben der H&#252;bschesten. Darwin zeigte das an Hand des Pfaus: Weil Pfauen mit h&#252;bschem Schwanzgefieder eher begatten konnten, wurden die Schwanzgefieder der Gattung immer h&#252;bscher. Genauso ist es auch beim Menschen; deshalb m&#252;ssen Erscheinungen wie Nella Martinetti oder ich kinderlos bleiben und dann aussterben.</p>
<p>So veredelte sich der Mensch seit jeher, bis unsere Gesellschaft der DNA einen dicken Lidstrich durch die Rechnung machte. Weil Styling und Sch&#246;nheitschirurgie uns h&#252;bscher machen als es die Gene zulassen, begatten wir uns auf Grund falscher Annahmen. Nehmen wir hypothetisch an, Michael Jackson und seine blonde Walk&#252;re h&#228;tten gerade die Geburt noch eines, &#228;h, selbstgemachten Kindes erlebt. Drei Jackson-Kinder haben spitze N&#228;schen und kaukasische Gesichter, statistisch w&#228;re jetzt was anderes f&#228;lllig.<br />
 Michael: „Das hat ja eine platte Nase! Krause Haare!“ Die Walk&#252;re zum Baby: „Was bist DU denn?“ Michael: „Dunkel pigmentiert! Sieht aus wie von den Jackson 5! Du Schlampe hast mich mit einem Neger betrogen!“<br />
 Damit Eltern derlei traumatische Erlebnisse erspart bleiben, muss pr&#228;natale Sch&#246;nheitschirurgie korrigierend eingreifen, bevor so ein Wurm sich ausserhalb der Fruchtblase pr&#228;sentiert. F&#252;r die Gattung als Ganze sieht’s eh d&#252;ster aus. H&#228;tte sich der Pfau vor dem V&#246;geln beim Fris&#246;r Federverl&#228;ngerungen stecken lassen, es w&#228;re evolution&#228;r wohl nie zum Pfauenrad gekommen.</p>
<p>POSTSCRIPTUM:<br />
 Die These von der &#228;sthetischen Seite Darwins wurde vor allem vom Berliner Literaturprofessor <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/26/05/dokument.html?titel=Die+Sch%C3%B6nen+sind+die+Schwachen&amp;id=52345062&amp;top=SPIEGEL&amp;suchbegriff=geistesgr%C3%B6ssen&amp;quellen=%2BBX%2CWIKI%2C%2BSP%2C%2BMM%2CALME%2CSTAT%2C%2BMEDIA&amp;qcrubrik=artikel">Winfried Menninghaus in seinem Buch &#8220;Das Versprechen der Sch&#246;nheit&#8221; (2003) vertreten</a>. Vor ein paar Tagen hat Menninghaus &#252;brigens in der <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/capricen_der_mode_1.1925933.html">Z&#252;rcher Zeitung die Weiterungen seiner &#228;sthetischen Forschungen</a> pr&#228;sentiert.</p>
<p>Die Idee mit dem armen Eltern verdanke ich einem amerikanischen Artikel. Ich hatte gemeint, ich h&#228;tte das auf Opinion-Seite der NYT gelesen, konnte aber keinen Beleg mehr finden.</p>
<p>Beim fiktiven Beispiel mit Michael Jackson, der ein Kind kriegt, das aussieht wie <a href="http://http://artiewayne.files.wordpress.com/2006/10/i2-year-old-michael.jpg">er selber w&#228;hrend seiner Zeit bei den Jackson 5</a>, finde ich – wenn man einmal davon absieht, dass seine Operationen technisch verungl&#252;ckt sind – die Frage interessant, ob man Michael Jackson lesen soll als ein avanciertes mutiges Beispiel von jemandem der seine pers&#246;nliche Freiheit auslebt, der zu sein, der er sein will. Oder ob man ihn eher mit alten Entfremdungsdiskursen etwa mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frantz_Fanon">Frantz Fanons</a> &#8220;Peau noir, masque blanc&#8221; als Paradebeispiel von Selbsthass unter rassistischen Umst&#228;nden interpretieren soll. Oder ob man gar – analog zu den Transgenderdiskursen – anhand von Jackson die Freiheit postulieren m&#252;sste, dass es m&#246;glich sein soll, dem Gef&#228;ngnis der eigenen rassisch-genetischen Herkunft entfliehen und seine frei w&#228;hlen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Derlei scheppert mir beim Tippen durch die Birne, derweil die gr&#246;sste Sorge war, wie ich im klitzekleinen Raum von unter 1500 Zeichen eine runde Kolumne hinkriege.</p>
<br /><br /><hr />
<small>Autor: <a href="http://www.messiemother.com" >haemmerli</a> </small>]]></content:encoded>
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