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	<title>Thomas Haemmerli &#187; Goetschel</title>
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		<title>Null Toleranz f&#252;r Kater Murrli!</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 05:26:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haemmerli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neuere Trends in Sachen Ethik &#038; Justiz: Wie Rechtswanwalt Atoine Goetschel den Hecht verteidigt. Und warum wir mehr als nur einen Tieranwalt brauchen.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kolumne aus der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch">SonntagsZeitung</a> vom 14.02.2010</p>
<p>Z&#252;rich bleibt die Speerspitze zivilisatorischen Fortschritts und zeigt, warum die Schweiz fl&#228;chendeckend Tieranw&#228;lte braucht. So streitet unser Z&#252;rcher Tieranwalt Goetschel <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Der-tolle-Hecht-aus-dem-Zuerichsee-ist-jetzt-ein-Fall-fuer-den-Richter/story/11220215">gerichtlich f&#252;r die Interessen eines verblichenen 22-Pfund-Hechts</a> (Gott habe seine Gr&#228;ten selig). Der Monsterfisch hatte sich so sehr gewehrt, dass ein Angler zehn Minuten brauchte, um ihn einzuholen. Schon <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/HechtFall-Darum-laesst-der-Tieranwalt-nicht-locker/story/30646573">eine Minute sei zu lange,</a> sagt der Tieranwalt und fordert Strafe. Jawoll! Nulltoleranz! Ein ethisch sauberer Fischer h&#228;tte doch einen Kollegen mit Stoppuhr zur Seite, der – kaum beisst etwas an – mitz&#228;hlt  „56. 57. 58. Sorry!“, um dann mit einer Sturmgewehr-Gnadensalve den Fisch von seinem Leiden zu erl&#246;sen.<br />
Weil Rechtssicherheit auch unter Tieren herrschen soll, braucht es pro Kanton nicht einen, sondern mehrere Tieranw&#228;lte. Klagender Tieranwalt: „Euer Ehren, die Obduktion zeigt unstrittig, dass meiner Mandantin, einer physisch deutlich unterlegene Feldmaus, die dem Beklagten Kater Murrli nie etwas zu Leide getan hatte, drei Minuten lang Schmerzen zugef&#252;gt worden sind. Ich beantrage, dass der Beklagte im Tierheim verwahrt wird. Die mitverantwortliche Katzenmutter, die Deutsche Inga Selters, ist unverz&#252;glich auszuweisen.“ Verteidigender Tieranwalt: „&#8230; beantragen wir Murrlis Verbringung ins Tierheim zugunsten einer ambulanten Massnahme aufzuschieben. Katzenmutter Selters soll die Chance haben, in einem „Nie-mehr-Mausen-dank-Miau-Mio-Stromstoss-Trainig“ Murrli auf den ethisch richtigen Pfad zur&#252;ck zu f&#252;hren.“ </p>
<p><a href="http://www.afgoetschel.com/de/tieranwalt.html">Tierethikstar Goetschel</a> &#252;brigens war federf&#252;hrend bei der Stiftung „Tier im Recht“, die – moralisch konsequent &#8211; <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Der-Tieranwalt-und-die-Veganer/story/12774607">eine vegane Lebensweise propagiert</a>. Jawoll: Tieranw&#228;lte sind ein erster Schritt, mittelfristig brauchen wir auch den Eieranwalt. Wir brauchen Juristen, die die W&#252;rde von Schnitzeln und Fischst&#228;bchen verfechten. (Die Detailbegr&#252;ndung regelt der Ethikrat.) Und weil auch Pflanzen Lebewesen sind, fehlen uns Flora- und Faunaanw&#228;lte . „Hohes Gericht. Als Darmfloraanwalt stehe ich der Einnahme von Abf&#252;hrmitteln &#228;usserst kritisch&#8230;“ usw. usf</p>
<p>Vonn&#246;ten sind aber nicht nur all die neuen Posten, sondern Engagement und Courage von jedem einzelnen! So habe ich gestern in Shenzehn das Leiden einer Schildkr&#246;te, die in einem Kesselchen eingesperrt war, stoppen k&#246;nnen, in dem ich tapfer und tiersolidarisch „Als Suppe bitte“ zum Wirt sagte.  </p>
<div id="attachment_752" class="wp-caption aligncenter" style="width: 635px"><img src="http://thomashaemmerli.ch/wp-content/uploads/2010/02/P1450376kurz-vor-der-erl&#246;sung-625x422.jpg" alt="" title="P1450376kurz vor der erl&#246;sung" width="625" height="422" class="size-medium wp-image-752" /><p class="wp-caption-text">Kurz vo der Erl&#246;sung im Suppentopf: Schildkr&#246;te in Shenzehn</p></div>
<p>
Nachtrag:<br />
Liest man die Artikel zum Fall des Hechtes, so erscheint Rechtswanalt Goetschel als unaufrichtig. So sagt er, dass eine Minute Kampf mit dem Hecht schon tierqu&#228;lerisch sei. Um dann wieder zu relativieren, dass sage ja nicht er, das st&#252;nde in einem deutschen Gutachten. Es ginge ja nur darum, den Sachverhalt abkl&#228;ren zu lassen. Unsinn! Was der Tierschutzanwalt an Argumenten zusammensucht, ausw&#228;hlt und zitiert, das sind auch seine Argumente.<br />
Genauso verh&#228;lt es sich mit Goetschels Verh&#228;ltnis zum Veganertum der Stiftung &#8220;Das Tier im Recht&#8221;. Goetschel war 13 Jahre lang Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Stiftung und ist Vize im Stiftungsrat. &#8220;Das Tier im Recht&#8221; glaubt, ethisch einwandfrei sei nur eine vegane Lebensweise. Gegen&#252;ber <a href="http://newsnet.ch">newsnetz.ch</a> erkl&#228;rt Goetschel dann: «Ich vertrete die Stiftung nicht nach aussen, sondern bin lediglich im Stiftungsrat.» Und es ginge mehr um eine Utopie. Wenn man Tierschutzspezialist ist, wenn man 13 Jahre lang der starke Mann in einem Club und danach Vize im Stiftungsat ist, dann weiss man, was die Positionen dieses Clubs sind. Abgesehen davon, dass sich aus den ethischen Leitlinien der Stiftung ja tats&#228;chlich konsequent nur die Aufgabe der Nutztierhaltung folgern l&#228;sst.</p>
<p>Das Beispiel Goetschel zeigt, dass die Institution eines staatlich besoldeten Tieranwaltes ein Posten ist, mit dem extreme Auslegungen des Tierschutzgesetzes durch gesetzt werden sollen. Und eben nicht ein Instrument, mit Hilfe dessen dem ohnehin schon strengen Gesetz da Nachachtung verschafft w&#252;rde, wo die Staatsanw&#228;lte in Sachen Tieren lasch sind (wie z.B. im Wallis).<br />
Deshalb dr&#228;ngt sich f&#252;r die <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/eidgenoessische_abstimmung_vom_7_maerz_2010_dossier_2.46638">Abstimmung vom 7. M&#228;rz 2010</a> ein Nein auf.</p>
<p>Die Sache wirklich sauber zu Ende gedacht hat &#252;brigens einmal der neomarxistische Philosoph Herbert Marcuse in einem Spiegelgespr&#228;ch. Marcuse meinte sinngem&#228;ss, es sei denkbar, dass man eines Tages mit der Entwicklung der Produktionsmittel und Nahrungsmittelversorgung so weit komme, dass man alle Tiere f&#252;ttern k&#246;nnte, so dass der grosse Fisch den kleinen nicht mehr auffressen m&#252;sste.</p>
<p>Und es ward Friede unter den Menschen und unter den Tieren! </p>
<p>Nachtrag 2010 03: Der Tieranwalt wurde, Goetschel sei Dank, mit &#252;ber 70 Prozent der Stimmen und in jedem Kanton abgelehnt. Schade, dass sich nur gerade dei SVP f&#252;r die logische Folgerung einsetzt, dass man den Tieranwalt auch im Kanton Z&#252;rich wieder abschafft. So kriegt eine berechtigte Forderung dieses SVP-Geschm&#228;ckle.<br />
Und noch ein Nachtrag zu den kritischen Stimmen, die mir vorgeworfen haben, ich h&#228;tte es nicht mit den Tieren: Ich h&#252;te z.Z. gerade eine Wohnung in Mexico Ciudad samt zwei Katzen. Die eine hockt mir st&#228;ndig auf dem Schoss, wenn ich am Tippen bin und legt sich vorzugsweise auf meinem Bauch, wenn ich Bolaños 1200 Opus &#8220;2666&#8243; lese wie folgende Schockaufnahme klar beweist:<br />
<img src="http://thomashaemmerli.ch/wp-content/uploads/2010/02/P1460708Katzenpapa1-417x625.jpg" alt="Tippen mit Katze auf dem Schoss. " title="P1460708Katzenpapa1" width="417" height="625" class="aligncenter size-medium wp-image-764" /><br />
.</p>
<br /><br /><hr />
<small>Autor: <a href="http://www.messiemother.com" >haemmerli</a> </small>]]></content:encoded>
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