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	<title>Thomas Haemmerli &#187; comedia; tankstellen</title>
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		<title>Warum ich endlich aus der Comedia ausgetreten bin</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 09:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haemmerli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Arbeitszeitbegriff der Gewerkschaften ist reaktion&#228;r. Standhaft weigern sich die Dumpfbeutel, zur Kenntnis zu nehmen, dass es divergierende Biorhythmen und deshalb auch Nachteulen wie mich gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kolumne aus der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch">SonntagsZeitung</a> vom 25.10.2009</p>
<p>Liebi Kollegin&#228; und Kolleg&#228; von der Gewerkschaft <a href="http://www.comedia.ch">Comedia,</a> ich habe die Faxen dicke. Betrachten Sie diese Kolumne als formellen Austritt aus ihrem Verein. F&#228;llig war er schon lange. Weil ich aber seit &#252;ber 20 Jahren im Mediengewerbe bin und bereits der Vorg&#228;ngerorganisation SJU angeh&#246;rte, weil ich &#252;berdies um die Notwendigkeit organisierter Arbeitnehmervertretung weiss, und weil ich so manchen Journalisten zum Beitritt &#252;berredete hatte, brachte ich es bislang nicht &#252;bers Herz, mich endlich zu verabschieden. </p>
<p>Obwohl ich mich stets &#252;ber das lausig gemachte <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/gemeinde/Nachts-gibts-keine-Spaghetti-mehr-an-den-Tankstellenshops/story/17543158">Mitteilungsbl&#228;ttchen</a> aufregte, das ausgerechnet eine Mediengewerkschaft fabrizierte. Als ich l&#228;nger im Ausland weilte, schlug ich vor, Leuten wie mir das Organ als PDF zu mailen. So k&#246;nnte ich es – bei Bedarf – lesen, es entfielen Druck- und Versandkosten und &#246;ko w&#228;rs obendrein. Die damals zust&#228;ndige Schnepfe beschied mir, gerade als Gewerkschaft seien wir dagegen, Texte ohne Zusatzlohn digital zu verbreiten. Ich war sprachlos, hatte ich doch gemeint, man publiziere ein Mitteilungsblatt, weil man eine Botschaft verbreiten m&#246;chte. </p>
<p>Am st&#228;rksten aber &#228;rgert mich seit jeher <strong>der starre und reaktion&#228;re Arbeitszeitbegriff. Kein Problem sieht der Gewerkschaftsideologe, wenn sich arme Kreaturen morgens um sechs Uhr aus den Federn qu&#228;len m&#252;ssen. Fanatisch bek&#228;mpft er dagegen jedwede Arbeit, die in den Abend hineinlappt. </strong>Verleugnet wird, dass es divergierende Biorhythmen und damit Existenzen meines Schlages gibt, die nachts (jetzt ist es gerade 2.18 Uhr) in die Tasten hauen, nicht weil mir das kapitalistische Verleger-Finsterlinge aufzwingen, sondern weil das meine liebste Arbeitszeit ist. Als ich Nina Scheu, der neuen Chefin des Gewerkschaftsbl&#228;ttchens, vorschlug, einmal ein paar Argumente gegen die Arbeitszeitdogmem zu verfassen, beschwichtige sie mich, sie funktioniere ja gleich wie ich, auch ihre Artikel entst&#252;nden meist nach Mitternacht. Aber dergleichen H&#228;resie in einem Organ zur Festigung gewerkschaftlichen Glaubens zu schreiben, das war denn doch zu viel. So ist es nur folgerichtig, dass diese Woche <a href="http://www.sgb.ch/">die Gewerkschaftsspitzen frohlocken,</a> weil eine Seilschaft um Serge Gaillard, ehemaliger Gewerkschaftsbonze und heute Doris-Leuthard-B&#252;rokrat und Christiane Aeschmann, sog. &#8220;Leiterin Arbeitnehmerschutz&#8221;, endg&#252;ltig durchgesetzt hat, dass <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Tankstellenshops-muessen-spaetnachts-schliessen/story/30222920">in Z&#252;rich die 24-StundenTankstellenshops geschlossen werden</a> m&#252;ssen. Dort <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/gemeinde/Nachts-gibts-keine-Spaghetti-mehr-an-den-Tankstellenshops/story/17543158">verlieren Leute ihren Job.</a> Ich verliere gleich um die Ecke einen Ort, der auch nach meinem Feierabend offen war, und das bloss, weil ein paar Ideologen sich nicht von ihrem antiquiert-industriekapitalistischen Weltbild verabschieden k&#246;nnen und sich einen Deut um die Interessen konkreter Menschen scheren. Nachteulen Treffpunkt:</p>
<p>P.S.:<br />
Zum Thema geh&#246;rt auch die <a href="http://thomashaemmerli.ch/2009/01/mein-vorsatz-2009-niederbrennen-ausrotten/">Kolumne &#252;ber meine gescheiterten Jahresunterlassungsvors&#228;tze.</a></p>
<br /><br /><hr />
<small>Autor: <a href="http://www.messiemother.com" >haemmerli</a> </small>]]></content:encoded>
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