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	<title>Thomas Haemmerli &#187; Cablecom; Pups</title>
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		<title>Brenzlig &amp; hochbrisant: Billag bombardieren</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 04:30:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haemmerli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[BAG]]></category>
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		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht Freunde sollten das Zugangskriterium zu Texten auf Facebook und Blogs sein, sondern Befindlichkeiten. Sonst tippen wir uns am weltweiten Sssschttttammtisch alle noch um Kopf und Kragen. Wobei ich jetzt, weit nach Mitternacht zugeben muss, dass ich ja schon gerne die Hauptquartiere des B&#246;sen bombardieren w&#252;rde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kolumne aus der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch">SonntagsZeitung</a> vom 25.04.2009</p>
<p>In meiner Mailbox finde ich Post von <a href="http://www.getabstract.com">Get-Abstract,</a> einer Firma, die ich sch&#228;tze, weil sie Wirtschaftsb&#252;cher auf ein paar Seiten zusammenfasst. Beim heutige Titel <a href="http://www.amazon.de/Erst-denken-dann-senden-E-Mail-Pannen/dp/3453600762">„Erst denken, dann senden“ </a>h&#228;tte ich aber nicht einmal des Résumés bedurft. Der Titel selbst l&#246;st schon das hochbrisantbrenzlige Untertitel-R&#228;tsel „Die peinlichsten E-Mail-Pannen und wie man sie vermeidet.“ Beispiele von vorschnellem Senden (E-Mail praecox), kennt jeder. Ich erinnere gerne an die damaligen <a href="http://http://www.parlament.ch/SiteCollectionImages/profil/original/2680.jpg">FDP-Chefin Doris Fiala,</a> die ein Intrigen-SMS ausgerechnet an ihre Zielscheibe sandte. </p>
<p>Gut, kleinlaut m&#252;sste auch ich hier &#8211; aber unter Betonung des gewohnheitsrechtlichen Beichtgeheimnis‘ zwischen Kolumnist und geneigter Leserschaft &#8211; von schlimmen, eigenveschuldeten Senden-vor-Denken-Vorf&#228;llen berichten. Da kommt man gut lanciert aus dem Wirtshaus und gewahrt im Posteingang eine B&#252;rokratenkanaille, die gefaxt, unterschrieben und best&#228;tigt haben will. Enragiert h&#228;mmere ich dann in die Tasten, emp&#246;re mich, was sich unbescholtene B&#252;rger heutzutage gefallen lassen m&#252;ssen und gebe der strategischen Bomberflotte Order, das Hauptquartier der Cablecom/des BAG/der Billag sei in einen <a href="http://images.google.com/imgres?imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/00/Wesel_1945.jpg&#038;imgrefurl=http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wesel_1945.jpg&#038;usg=__HuEmLT0Z8KNyl7xDxycjngP77sw=&#038;h=2314&#038;w=3000&#038;sz=1667&#038;hl=de&#038;start=50&#038;um=1&#038;tbnid=Nh_P-4VgbCkRvM:&#038;tbnh=116&#038;tbnw=150&#038;prev=/images%3Fq%3Dfl%25C3%25A4chenbombardement%26ndsp%3D20%26hl%3Dde%26safe%3Doff%26client%3Dfirefox-a%26rls%3Dorg.mozilla:en-US:official%26sa%3DN%26start%3D40%26um%3D1">Kartoffelacker zu verwandeln</a>. SIE HABEN MICH VERSTANDEN MAJOR! CODE ROT!</p>
<p>Schlimmer noch: Wichts&#228;cke meines Schlages verf&#252;gen &#252;ber <a href="http://www.haem.ch">eigene Heimseiten samt „Blog“ (englisch f&#252;r: Pups). </a>Nach der einsamen, schweren Entscheidung, Billag zu vernichten, braucht der Grossstratege einen Schnaps. Dann versammelt er via seinen Pups (Blog) den weltweiten Stammtisch und bl&#228;st allen Arschgeigen einmal so richtigen den Marsch. Anderntags wundere ich mich, was der W&#252;terich in meinem Namen wieder angestellt hat. Wo ich mich doch als h&#246;flichen &#228;ltern Herrn sehe, der gern unauff&#228;llig und unbel&#228;stigt w&#228;re.</p>
<p>Seit nun alle Welt bei Facebook coram publico Laut geben kann, leidet so mancher unter den Zeit- und Zustandsdifferenzen zwischen senden (vorher), und dar&#252;ber nachdenken (eben: nachher). Es br&#228;uchte deshalb Befindlichkeitskriterien, um den Zugang bei Gesichtsbuch zu regeln: Wer nicht per Fingerdrucksensor belegen kann, dass er gerade auch a) total traurig b) extrem sauer auf Rita oder c) voll wie eine Strandhaubitze ist, kommt gar nicht erst bis zu den entsprechend leichtfertigen Ver&#246;ffentlichungen. </p>
<p>Ansonsten dr&#228;ut bald der 500-Seiten-Zweitling: „Noch mehr Peinlichkeiten: Warum wir trotzdem immer erst senden!“</p>
<p><strong>Postskriptum:</strong><br />
Soweit die Kolumne in der SonntagsZeitung, in der noch stand: Maxi-Versionen, Fotos und was Sie schon lange sagen wollten auf: <a href="http://www.haem.ch">www.haem.ch</a> </p>
<p>Eine Maxi-Version ist es diesmal nicht, und der Text bietet sich auch nicht f&#252;r Fotos an. Aber versprochen, ist versprochen: Deshalb ein Bild prosaisch die Welt an meinem Saigoner Schreibtisch vor zwei Minuten aussah. </p>
<p><img src="http://thomashaemmerli.ch/wp-content/uploads/2009/04/saigon-0221-625x417.jpg" alt="saigon-0221" title="saigon-0221" width="625" height="417" class="aligncenter size-large wp-image-163" /></p>
<p>Mitternacht ist schon lange vor&#252;ber, die G&#228;ste sind gegangen, die Weinflaschen geleert, jetzt w&#228;re ich in Form garstige Sachen hinzutippen. Rechts hindrappiert liegt Dumb Luck, eine vietnamesische Satire aus den 30er und eines meiner liebsten B&#252;cher zum Land, sowie der neue Kapielski Mischwald. ich bin schon lange ein Verk&#252;nder von Kapielskis k&#252;nstlerischem,  mehr noch seinem literarischen Werk. Und weil ich ihn gerade gelesen hatte, mir also der Kapielskisound durchs Hirn nachhallte, wurden auch die S&#228;tze f&#252;r die SonntagsZeitung arg lang. Als Einstiegsdroge zu Kapielskis empfehle ich die beiden B&#228;ndchedn Gottesbeweise. Sehr lustig! Mischwald ist mir &#246;fters zu deutschnational.</p>
<p>Nun, ich w&#228;re also bereit. Ich denke: Genau, jetzt so spotten wie in Dumb Luck, jetzt krachend schimpfen wie Kapieolski! Stattdessen aber &#8211; und bevor SIE nun endlich das Wort haben &#8211; h&#228;nge ich noch die Kolumne an, die ich damals zu Fialas SMS-Lapsus schrieb und die im Tenor &#228;hnlich ist wie die neue, aber: noch sehr unschuldig. Damals gings um SMS und die  Menschheit ahnte noch gar nichts von der allumfassenden Proliferation von  Massenrufvernichtungswaffen wie Facebook, Individualblogs und Kolumnenleserkommentarfunktionen.</p>
<p><strong><br />
Thomas Haemmerli: T&#252;cken der Technik, SonntagsZeitung vom 28.05.2006</strong></p>
<p>Durch ein Malheur, wussten die Kollegen von der «Neuen Z&#252;rcher Zeitung», sei der R&#252;cktritt von Regierungsr&#228;tin Fierz beschleunigt worden. So habe FDP-Chefin Doris Fiala auf die Combox ihres Mitstreiters, Nationalrat Filippo Leutenegger (Schweizerisch Vreisinnige Partei SVP), gedonnert, man m&#252;sse «von Fierz den R&#252;cktritt fordern, knallhart. Knallhart.» In Tat und Wahrheit habe sich Fiala aber in der Nummer geirrt, und die Fierzsche Combox besprochen.</p>
<p>Skeptiker behaupteten sofort, Doris «Kruppstahl» Fialas Fehltritt sei knallhartes Politkalk&#252;l: Weil sie&#8217;s der Fierz so deutlich nicht habe reinreiben k&#246;nnen, h&#228;tte sies halt stellvertretend deren Handy-Kummerbox besorgt und der den Marsch geblasen.<br />
Ich glaube eher, das Versehen ist Fialas lockerer Luftikushaftigkeit in Tateinheit mit luftikushaftiger Lockerheit (Fidiri-Fidira-Fialalala-Prinzip) geschuldet, wobei das keine Rolle mehr spielt, denn Fierz hat ja den Bettel hingeworfen (ganz nach dem Jetzt-ists-mir- Fierz-egal-Prinzip).<br />
Der Lapsus bleibt aber als drohendes Exempel f&#252;r uns alle: Elektronische Ger&#228;tschaften f&#252;hren gerne zu unbedachten Botschaften.</p>
<p>Im Zustande der Trunkenheit etwa f&#252;hlt man sich pl&#246;tzlich heftig zu Bruder und Schwester Mitmensch hingezogen, denen man sich dann per Kurznachrichtenservice vulgo SMS an den Hals wirft, um sich anderntags &#252;ber Absagen und den eigenen Gesendet-Ordner zu wundern. Und ohnehin eine Fierz-Idee ist es, sich nach Einnahme von Ekstase-Tabletten vorschnell und konzessionslos per SMS, Kuss oder warmherzige Konversationen mit langj&#228;hrigen Feinden zu vers&#246;hnen.</p>
<br /><br /><hr />
<small>Autor: <a href="http://www.messiemother.com" >haemmerli</a> </small>]]></content:encoded>
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